19.10.2023

Wichtige Themen beim Ortspaziergang der „Wir müssen reden“ – Reihe in Ottenhausen

Schöne Geschenkideen finden Sie im alten Pfarrhaus in Ottenhausen
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Schöne Geschenkideen finden Sie im alten Pfarrhaus in Ottenhausen

35 Interessierte gemeinsam unterwegs mit Bürgermeister Helge Viehweg, dem Gemeinderat und den Fachbereichsleitern

Bürgermeister Helge Viehweg begrüßte alle Teilnehmenden pünktlich um 18:30 Uhr. In seiner Ansprache betonte er den Wunsch, den Blick verstärkt auf positive Aspekte der Gemeinde zu lenken und weniger auf negative. Er erläuterte auch die "Spielregeln" für die Veranstaltung, darunter die pünktliche Beendigung um 20 Uhr, unabhängig vom Standort der Gruppe. Die erste Station führte die Teilnehmer zur Gemeindebücherei, wo Silke Burkhardt sie bereits erwartete. Seit 2005 leitet sie die Vorzeige-Einrichtung. Unter den etwa 14.000 Medien finden sich nicht nur Bücher, sondern auch viele tolle Alternativen, wie Tonies für die Toniebox oder auch SAMi der Lesebär. Mit SAMi können Kinder ab 3 Jahren eigenständig in die Welt der Bücher eintauchen und sich zahlreiche Geschichten unendlich oft erzählen lassen. Hierfür wird SAMi an das Buch gesteckt und schon fängt er an, die Geschichte des Buchs vorzulesen. Die Toniebox ist ein weich gepolsterter Würfel der als Audiobox dient. Stellen Kinder dann die zugehörigen Figuren, die Tonies, auf die Box wird die jeweilige Geschichte erzählt. „Das herkömmliche Vorlesen können diese Hörspiele jedoch nicht ersetzen“, so Silke Burkhart. Die Bücherei richtet ihren Schwerpunkt auf Medien für Kinder und Jugendliche, bietet jedoch auch Erwachsenen eine breite Auswahl an Büchern, Zeitschriften und Hörbüchern. „Auch wenn moderne Medien nicht mehr wegzudecken sind, wird Literatur gebraucht.“, so Helge Viehweg. Silke Burkhart betitelt die Bücherei als sozialen Treffpunkt von Ottenhausen. Seit Jahresbeginn gibt es im Foyer eine kleine Leseecke, die von Familien zum Verweilen und Vorlesen genutzt werden kann. Nicht nur Ortsansässige kommen in die Bücherei, sondern auch Besucher*innen aus Keltern und sogar aus Ettlingen. Im Jahr 2022 verzeichnete die Bücherei 12.686 Ausleihen und ist dienstags und donnerstags jeweils von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Die nächste Station lag nur ca. 100 Meter weiter und so setzte die Gruppe ihren Sparziergang mit einem kurzen Weg zur Kindertagesstätte (Kita) Wirbelwind fort. Hier trafen sie auf Philipp Wöhr, den Leiter der Einrichtung, der mit seinem Team gerade aus einer Teamsitzung kam. Die Kita bietet Platz für etwa 100 Kinder in fünf Gruppen. Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Grundschulalter können hier zwischen 7 Uhr und 17 Uhr betreut werden. Bürgermeister Viehweg lobte das tolle Klima im Team um Herrn Wöhr: „Diesem Team haben wir es zu verdanken, dass die Kita Wirbelwind nun die Zertifizierung zur Inklusions-Kita erhalten hat.“ Fachbereichsleiter Zentrale Dienste und Bürgerservice Benedikt Lorsch ergänzte: “Zwei Jahre lang wurde darauf hingearbeitet.“ Unterstützt wurde man vom „MoevIn“ Forum, einem mobilen Fachdienst vom Landratsamt Enzkreis. „Inklusion beschränkt sich nicht nur auf einen sonderpädagogischen Förderbedarf.“, betonte Benedikt Lorsch. Das Konzept der Kita umfasst vielmehr alle Dimensionen der Heterogenität. Es werden Inklusive Spiel- und  Lernsituation gefördert und Kommunikationssysteme wie Metacom verwendet. Dieses unterstützt die Kommunikation von Kleinkindern mit Symbolen und trägt zur Frühkindlichen Bildung bei. Hierbei geht man auf die Partizipation der Kinder mit Symbolen ein.

Die Grundschule Ottenhausen war das nächste Thema und wird seit 2021 von Merth Gradner geleitet. Benedikt Lorsch berichtete über den Umbau des Dachgeschosses, die steigende Bedeutung der Schulsozialarbeit sowie den Ausbau der IT-Infrastruktur. Es wurde eine Internetanbindung und WLANAccess-Points errichtet. Aus der alten Hausmeisterwohnung erschuf man Zimmer für das Rektorat und Sekretariat sowie neue Räume für die Schulsozialarbeit. Die Schulsozialarbeit nahm in den letzten Jahren erheblich zu und viele Probleme werden immer mehr nach vorne verlagert.

Der Spaziergang führte weiter zum "Café im Alten Pfarrhaus", wo Pia Pfrommer, eine der ehrenamtlichen Helferinnen, die Besucher*innen in Empfang nahm. Auf Grund der zahlreichen Ehrenamtlichen, die hier regelmäßig ihre Dienste tun und Hand in Hand arbeiten, ist aus der ehemaligen Pfarrwohnung ein schöner Ort zum Verweilen entstanden. Das Café lädt zum gemütlichen Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen ein und ist mit viel Herzblut und Liebe zum Detail gestaltet. Neben dem Deko-Team gibt es ein Team für das Frühstück, ein Back-Team oder ein Näh-Team. Das Angebot im Café reicht von hausgemachtem Kuchen mit verschiedenen Kaffee- und Teespezialitäten über heiße Schokolade bis hin zu christlicher Literatur. Postkarten, handgemachte Seifen, Marmeladen und viele weitere schöne Artikel kann man hier kaufen. Freitagsvormittags können die Besucher*innen in den gemütlichen Räumen lecker frühstücken. Viel Wert wird auf gute Qualität, die Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern, fairen Handel und ökologischen Anbau gelegt. Die Öffnungszeiten sind Donnerstag- und Freitagnachmittag ab 14:30 Uhr und Freitagvormittag ab 9 Uhr.

Der letzte Halt führte zur Kelter, die nun vom Obst- und Gartenbauverein (OGV) betrieben wird. Die Besucherinnen und Besucher mit leckerem Apfelsaft und selbstgemachter Kürbissuppe empfangen. Die Mostpresse, Eigentum der Gemeinde und 2019 saniert, spielt eine wichtige Rolle im Vereinsleben. Die Nachwuchsförderung ist ein besonderes Anliegen des OGV, der in den letzten Jahren verstärkt jüngere Mitglieder gewinnen konnte. Die Mostpresse wurde im Herbst 2019 saniert. Neben der Renovierung des Gebäudes wurden auch eine neue Presse und eine neue Erhitzungs- und Abfüllanlage angeschafft. Der ehemalige Betreiber Florian Augenstein hat im Jahr 2023 die Presse an den OGV übergeben. „Noch vor Jahren lag der Altersdurchschnitt des Vereins bei ca. 70 Jahren.“, sagt der Vorstand des OGV, Jürgen Treiber. Seit einigen Jahren gibt es glücklicherweise Zuwachs  von jungen Familien, welche den Verein am Leben halten und so konnte die erste Saison am 16. September 2023 starten. Der Ortspaziergang bot den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, lokale Einrichtungen und ihre Angebote besser kennenzulernen und direkt mit den Verantwortlichen in Kontakt zu treten. Dies war vorerst unser letzter Ortsspaziergang, die "Wir müssen reden"-Reihe geht weiter. Seien Sie gespannt. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten.

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