Ausblick vom Aussichtsturm Schwanner Warte

An der Schwanner Warte beginnt der Schwarzwald

Spaziergänger, Nordic-Walker, Wanderer, Segelflieger, Alt und Jung - wer die Natur liebt, romantische Sonnenuntergänge oder einfach nur den fantastischen Ausblick geniessen möchte, wird hier auf der Schwanner Warte sicher einen persönlichen "Lieblingsplatz" finden. Ob auf einer Parkbank, in einem der drei Restaurants und Cafés, am Bratwurststand unter der historischen Linde, am Segelflugplatz oder einfach auf den ausgedehnten Wiesen - die Schwanner Warte bietet viele Möglichkeiten, die "Seele baumeln" zu lassen.

Wandern, Walken, Entdecken

"Im schönsten Wiesengrunde..." - das beliebteste deutsche Volkslied wurde hier in Straubenhardt an einem Wirtshaustisch vom Heimatdichter Wilhelm Ganzhorn geschrieben. Aus Liebe zur Wirtstochter. Und aus Liebe zum Land kommen jedes Jahr viele Besucher in die sechs liebenswerten Straubenhardter Dörfer zur schwäbisch-badischen "Grenze" am Schwarzwaldrand. Auf dem Wilhelm-Ganzhorn-Wanderweg zu Ehren des Liedertexters singt sich's besonders gut.

Denn an der Schwanner Warte - einem Aussichtsturm des Schwarzwaldvereins - hat man einen weiten Blick über die Berge in die Rheinebene, die Vogesen und den Pfälzerwald. Das Auge kann hier auf "Entdeckungsreise" gehen: Bei gutem Wetter ist sogar der Speyerer Kaiserdom zu sehen.

Wandern wird großgeschrieben hier zwischen Kirschengäu und Kraichtal, wo schon wenige Kilometer weiter badischer Wein wächst. Über 50 Kilometer Wanderwege (auch Rundwanderwege) mit Sitzbänken und Schutzhütten bieten reizvolle Ziele. Der Westweg einer der bedeutendsten Wanderwege Europas, führt direkt am Aussichtspunkt Schwanner Warte vorbei.

Auch auf den neuen Nordic-Walking-Routen kann man sich sportlich gesund in Bewegung bringen. Der Straubenhardter Panoramalauf ist Treffpunkt für viele Läufer(innen) aus der ganzen Region. Wer einmal einen Sonnenuntergang hier am Waldrand erlebt hat, vergisst ihn nie wieder. Eindrucksvoll ist jedes Jahr das Fest zum Sommerbeginn auf dem großen Platz vor dem Turm, wenn das höchste Sonnwendfeuer der Region lodert. Straubenhardt hat deshalb im Elemente-Portal Nord des Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord auch das "Feuer" als Symbol gewählt.

Ein paar Worte zur Geschichte

Die "Friedenslinde" in der Nachbarschaft der heutigen Schwanner Warte wurde bereits im Jahr 1871 gepflanzt. Am Ende des deutsch-französischen Krieges sollte sie als gemeinschaftlicher Dank an die Soldaten gelten und ein Zeichen für einen dauerhaften Frieden setzen.

Die vom Bezirksverein des Schwarzwald-Hauptvereins Neuenbürg 1885 erstellte erste Schwanner Warte war in der gewählten Bauart der erste Aussichtsturm im Nordschwarzwald. Die Konstruktion mußte allerdings im Jahr 1918 wegen Einsturzgefahr gesperrt werden.

1926, nachdem ein Jahr zuvor in Schwann eine eigene Schwarzwaldverein-Ortsgruppe gegründet worden war, konnte mit Hilfe der Gemeinde Schwann die zweite Warte erstellt werden. Trotz des massiven Unterbaus überstand die Warte die Kriegsereignisse 1945 nicht.

1953 schließlich konnte nach kurzer Bauzeit die dritte Warte ihrer Bestimmung übergeben werden.

Neben der Warte entstand an dem schönen Aussichtspunkt ein Brunnen, weiter wurde ein Sandstein-Findling aufgestellt. Die eingelassene Marmorplatte enthält die Inschrift: "Dieses Land bete Dich an und lobsinge Dir" (Psalm 66, Vers 4). Die Linde wurde mit einer Rundbank versehen und damit zu einem schönen Rastplatz erweitert.

Kurzer geologischer Abriss

Auch für den Geologen sind die Bodenmerkmale in der Zone des Übergangs vom Buntsandstein zum Muschelkalk in den verschiedenen Formationen, über das "Kirschengäu" hinweg bis hin zum "Kraichgau" mit den wechselvollen Löß- und Lehmböden hochinteressant. Wer ein Auge dafür hat, kann die Verwerfungen erkennen und die mächtig anstehende "Welle" im Dolomit des sogenannten "Pfinztalgrabens" (bis zu 70m Mächtigkeit im Raum Ittersbach) ausmachen.