Erinnerung an die Geschichten um den früheren Amtsrichter und Dichter Wilhelm Ganzhorn, seine romantische Liebe zur ehemaligen, jungen Rösslewirtstochter Luise Alber in Conweiler und sein Lied „Im schönsten Wiesengrunde“

Erinnerung an die Geschichten um den früheren Amtsrichter und Dichter Wilhelm Ganzhorn

Der kurze Lebensabschnitt des Amtsrichters Wilhelm Ganzhorn am Oberamtsgericht in Neuenbürg, zwischen 1844 und 1855 brachte ihm mit seinem Lied „Im schönsten Wiesengrunde“ weltweite Anerkennung. Genau in dieser Zeit, um die Jahre 1850 – 1855, seines Werbens um die attraktive Rösslewirtstochter Luise dichtete er sein Lied „Das stille Tal“ aus welchem später das beliebte Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ entstand.

Diese spannenden Geschichten erzählen sein Urenkel Dr. Jürg Arnold in einer umfangreichen Biographie über Wilhelm-Ganzhorn und Hubert Mahle in seinem Büchlein „Der Amtsrichter und seine Luise“ aus den Archivunterlagen der früheren Gemeinde Conweiler über die „wahre Geschichte zur Entstehung des Heimatliedes „Im schönsten Wiesengrunde“.

Damit  ist eindeutig nachgewiesen, dass Wilhelm Ganzhorn mit seiner urschriftlichen Fassung des Liedes „Das stille Tal“ (1851) mit insgesamt 13 Strophen, das herrlichen Wiesental „hinter dem Gasthaus Rössle in Conweiler“ (bis zum Talesgrunde in Feldrennach) beschrieben hat.

Verständlicherweise lag allen Berichten immer wieder die romantische Liebesgeschichte  zwischen dem damals 36-jährigen Amtsrichter und der knapp 20 Jahre jüngeren Rösslewirtstochter Luise Alber am Herzen. In seinem eindrucksvollen „Minnelied“, ein knappes Jahr vor ihrer Hochzeit, gestand er ihr seine Liebe.

Nur drei dieser Strophen – die erste und die beiden letzten – wurden später als das beliebteste deutsche Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ weit über die Grenzen der Heimat hinaus bekannt. Obwohl Ganzhorn immer beklagte, dass nicht alle 13 Strophen besungen wurden, sagte er einige Jahre später: „Ein Jeder der ein solch herrliches Tal besitzt, möge damit sein eigenes besingen.“

Zum Abschluß seiner kirchlichen Trauung mit Luise Alber, damals am
18. Januar 1855 in der Stephanskirche in Feldrennach, wurde von den Hochzeitsgästen gemeinsam sein Lied „Im schönsten Wiesengrunde“ gesungen.
Ein rührseliger Moment für alle - so ist zu lesen - und seit dieser Zeit wurde es auch in Feldrennach und Conweiler zum gemeinsamen Heimatlied.
Obwohl jeder der sechs Ortsteile, Conweiler, Feldrennach, Langenalb, Ottenhausen, Pfinzweiler und Schwann, in der vor über 40 Jahren neugebildeten Gemeinde Straubenhardt über ein sog. eigenes Heimatlied verfügt, wurde „Im schönsten Wiesengrunde“ auch für die neue Gemeinde übernommen. Es ist auch heute noch bei vielen öffentlichen und privaten Veranstaltungen zu hören.

Das ehrende Andenken an den früheren Amtsrichter und Dichter des Liedes „Im schönsten Wiesengrunde“ wird in der ehemaligen Oberamtsstadt Neuenbürg am früheren Amtsgericht und im Schloß-Museum und in der Gemeinde Straubenhardt mit dem Wilhelm-Ganzhorn-Schulzentrum, den Strassennamen, einem Ganzhorn-Platz, im Gasthaus Rössle Conweiler, einer Gedenktafel in der Stephanskirche Feldrennach sowie mit dem Ganzhorn-Brunnen im Wiesental in Erinnerung gehalten.

Hubert Mahle


Quellen: Buch „Im schönsten Wiesengrunde“ von ©  Dr. Jürg Arnold, Ostfildern,
Büchlein „ Amtsrichter Wilhelm Ganzhorn und seine Luise“ von © Hubert Mahle