Freiheitsstatue

Jugendgemeinderat fast allein New York

Am 17.November letzten Jahres habe ich von seitens der Gemeinde eine E-Mail weitergeleitet bekommen, in der von einem Projekt, des Deutsch-Amerikanischen Instituts aus Tübingen, speziell für Jugendgemeinderäte aus Baden-Württemberg berichtet wurde. Die sogenannte „Young Leader‘s Transatlantic Summer Academy on Human Rights 2017“ war nicht nur ein interkultureller, sondern vor allem auf politischer Ebene interessanter Austausch.

Nach dem ich mir das ganze Programm durchgelesen hatte, habe ich mich entschlossen, mich mit einem  Motivationsschreiben, sowie diversen Antworten auf spezifische Fragestellungen auf die stark limitierten,  sowie heiß begehrten Plätze zu bewerben. Nach einiger Zeit hatte ich freudestrahlend die Zusage per Mail bekommen und dann ging alles ganz schnell. Am 11. März gab es dann ein Vorbereitungstreffen in Tübingen, welches uns auf die gemeinsame Reise vom 3. bis zum  18.Juni vorbereitet hat.
In Stuttgart ging es also endlich los! Am 3.Juni sind wir, 12 Jugendgemeinderäte aus Baden-Württemberg, nach Atlanta geflogen und haben dort unsere amerikanischen Kolleginnen und Kollegen, welche auch alle Teil eines „youth councils“ in ihren Heimatorten, welche in ganz Georgia verteilt sind, getroffen.

Zwei Tage später waren wir zu Besuch im Rathaus von Atlanta und haben die kommunalpolitische Situation auf der anderen Seite des Atlantiks kennenlernen dürfen. Zu Beginn kamen wir in das imposante Rathaus der Stadt, welches nicht nur architektonisch mehr als beeindruckend war, sondern auch einfach riesig gewesen ist und haben uns dann nach einer langen und ausgiebigen Tour mit hohen Vertretern der Stadt getroffen.

Am Dienstag, den 6.Juni haben wir unter anderem Ambassador Andrew Young getroffen und mit ihm  zu Mittag gegessen. Dieser Mann war sondergesandter der UNO sowie ein Zeitgenosse und guter Freund von Martin Luther King und ist in Amerika eine richtige Berühmtheit, weswegen es für uns eine große Ehre gewesen ist, dass wir uns mit ihm treffen konnten.

Einen Tag später sind wir ins Civil Rights & Human Rights  Center in Atlanta gefahren, welches auf Martin Luther King  zurückgeht. Dieser spielte eine zentrale Figur im Kampf der Gleichberechtigung zwischen farbigen und weißen Menschen in den USA.  Anschließend haben wir uns mit einem Enkel von dem bekannten Bürgerrechtler zum Lunch getroffen und sind dann gegen Nachmittag zu Amnesty International gefahren, wo wir einen Vortrag über die wichtige Arbeit und die Bedeutung der Organisation bekommen haben.

Donnerstags haben wir das CNN Center in Atlanta besucht und haben dort neben einer Tour, Reporter interviewen dürfen. Danach haben wir sozusagen den Landtag des Staates Georgia besucht und durften einem Abgeordneten sowie dem Präsidenten Fragen stellen und den Arbeitsplatz der Politiker von nahem unter die Lupe nehmen. Dadurch haben wir nicht nur kommunalpolitisch sondern auch auf Landesebene, die amerikanische Politik genauer anschauen dürfen und konnten Parallelen zu unserer Eigenen ziehen.
Am 12. Juni haben wir uns dann auf in Richtung New York gemacht und hatten am nächsten Tag schon eine Tour im Rathaus der Stadt.

Neben viel Sightseeing, wie Timesquare oder die Freiheitsstatue stand unter anderem auch ein Besuch bei den Vereinten Nationen, der Sondergesandten für Jugend der UN, sowie dem Deutschen Botschafter der UN in New York auf dem Plan, mit dem ich einen starken Meinungsaustausch haben durfte. Außerdem besuchten wir die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in ihrem Hauptsitz in New York City.

Am Sonntag den 18.Juni sind wir dann von New York über Amsterdam zurück nach Stuttgart geflogen, wo der erste Teil der Reise endete.

Der zweite Teil der Reise war dann in Deutschland. Unsere amerikanischen Partner sind für jeweils eine Woche mit uns nach Tübingen und nach Berlin gekommen. In Tübingen haben wir den Bürgermeister getroffen, mit verschiedenen Menschenrechtsorganisationen zusammengearbeitet, sowie ins benachbarte Stuttgart und haben dort im Landtag einen Abgeordneten der Grünen treffen dürfen, der uns neben einem interessanten Vortrag Rede und Antwort auf unsere vielen Fragen gegeben hat.
Hingegen in Berlin, neben politischen Aktionen wie Besichtigung des Reichstages inklusive Treffen mit Abgeordneten, Treffen mit dem amerikanischen Botschafter in Berlin, Treffen mit dem Buchautor Wolfgang Gründinger, welcher das Buch „Alte Säcke Politik“ verfasst hat, auch viel Sightseeing auf dem Plan stand.

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass dieser Austausch sehr anstrengend war und das Programm, auf welches ich hier nur teilweise eingehen konnte, so prall gefüllt war, dass es manchmal kaum eine Pause zum Luft holen gegeben hat. Allerdings würde ich einen Austausch wie diesen sofort wieder machen, nicht nur wegen den einmaligen Eindrücken und Erlebnissen, eines anderen Landes, sondern,  da dieser mich einfach politisch und persönlich weitergebracht hat und die neuen Freundschaften, welche sich sowohl auf dieser, wie auch auf der anderen Seite des Atlantiks geschlossen habe, sowieso unbezahlbar sind!

Diese Summer Academy wurde von dem Transatlantik Programm der Bundesregierung, sowie vom Dachverband der Jugendgemeinderäte, des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, sowie der Halle Foundation aus den USA unterstützt. Neben den eben genannten Supportern hat jeder Teilnehmer neben seinem Selbstbeitrag, das Ziel gehabt bei Firmen in der Umgebung anzufragen und somit durch Fundraising 300€ zusammen zu bekommen. Anfangs dachte ich, das sei doch kein Problem. Doch dieser Gedanke hat sich recht schnell aus meinem Kopf verabschiedet, da dies wirklich nicht so einfach ist, wie man zunächst denken mag, auch nicht in einer so wirtschaftsstarken Region wie bei uns, da die großen Firmen in Straubenhardt meist leider keine Zeit gefunden haben, mir zu antworten.

Trotzdem kann ich stolz verkünden, dass ich das vorgegebene Ziel sogar mehr als erreicht habe, indem mich die Sparkasse Pforzheim/Calw Geschäftsstelle Straubenhardt, Karateschule RinBuKan in Dobel sowie ein privater Spender großzügig unterstützt haben.
Ich möchte mich hiermit nochmal herzlich dafür bedanken, dass diese mich und den interkulturellen, sowie politischen Austausch unterstützt und das ganze möglich gemacht haben.

Außerdem möchte ich ein großes Dankeschön an die Organisatoren, vor allem an Ulrike Krone, der Projektkoordinatorin, sowie den anderen Chaperons auf beiden Seiten des Atlantiks aussprechen, die uns Treffen und Workshops mit hochkarätigen Politikern und Personen verschafft haben und uns natürlich immer zur Seite gestanden sind.

Gerade in politisch schwierigen Zeiten, wie mit einem Präsidenten, der manchmal unberechenbar scheint, ist der Austausch und der ständige Kontakt,  wie in diesem Fall zum politischen Nachwuchs aus Georgia von immer größerer Bedeutung und auch wenn wir auf der großen politischen Bühne mit der aktuellen Regierung der USA nicht viel verändert haben, haben wir durchgehend nebenbei Völkerverständigung betrieben und die Früchte dieser Aktion lassen sich vielleicht noch nicht in naher Zukunft sehen. Aber ich bin überzeugt von, dass Programme wie diese sich einmal bezahlt machen und das nicht nur für die einzelnen Teilnehmer, sondern für die Allgemeinheit und jeden Einzelnen.