Der Straubenhardter Künstler Tom Arlov stellt rund 15 Werke im Rathaus Feldrennach aus.

Abstrakte Kunst im Rathaus

Tom Arlov aus Schwann stellt Malereien in Feldrennacher Amtsgebäude aus – Reihe mit Straubenhardter Künstlern fortgesetzt

Nach gemalten Tieren und russischen Tanten beleben nun abstrakte Kunstwerke das Rathaus Feldrennach. Tom Arlov hat den Platz mit Dirk Schiebel Zefferer getauscht und zeigt Malereien in kräftigen Gelb-, Rot- und Orangetönen. Seit 2017 wird Straubenhardter Künstlern die Möglichkeit gegeben, ihre Werke im Rahmen der Reihe „Kunst im Rathaus“ ein Jahr lang zu präsentieren und gleichzeitig das Verwaltungsgebäude zu verschönern. „Ich mag es, etwas Erfrischendes in den Raum zu bringen“, sagt Tom Arlov angesichts des zwei Meter langen Kunstwerks für das Zimmer von Bürgermeister Helge Viehweg.

Bürgermeister und Künstler vor einem BildFür das Zimmer von Bürgermeister Helge Viehweg (links) hat Tom Arlov ein zwei Meter langes Bild in kräftigen Farben zur Verfügung gestellt.

Verschiedene Stile hat der freischaffende Künstler und Architekt, der aus Kroatien stammt und seit acht Jahren in Schwann lebt, ausprobiert. Naturbilder und Porträts in Acryl und Öl zum Beispiel, auch Reliefartiges mit Kunstpaste. Die abstrakten Bilder, bei denen er bewusst auf Titel verzichtet, mag er jedoch am liebsten. „Als Architekt war ich immer wie in einem Käfig, musste mich an DIN-Normen halten und konnte mich nicht entfalten“, erzählt der 79-Jährige. 1966 ist Tom Arlov nach Deutschland übergesiedelt – zunächst nach Düsseldorf, wo er unter anderem eine Kunstlehre absolvierte. 30 Jahre arbeitete er als Spezialist für Industriebau bei einem großen Stahlkonzern in der Bauabteilung, später bei einem französischen Unternehmen in Kehl. In dieser Zeit lebte er bereits in Niebelsbach. „Ich habe immer den inneren Drang gehabt zu malen“, so der vierfache Vater und sechsfache Großvater. Die Kunst bildete einen Ausgleich zum Beruf. Arlov war viel im Ausland unterwegs, vor allem in arabischen Ländern wie Irak, Saudi-Arabien oder Kuwait. Dort wurde er auch zu dem ausgestellten Porträt eines Soldaten angeregt, der über den Sinn des Krieges nachdenkt. Der Künstler selbst wurde 1939 im Krieg geboren, musste als Fünfjähriger mit ansehen, wie sein Vater von Partisanen vor die Wand gestellt wurde. „Sie wollten ihn erschießen“, erinnert er sich. In seinen Werken setzt sich der Künstler, der Ausstellungen in Spanien, Frankreich, Deutschland und Kroatien hatte, mit der Moderne und den eigenen Erlebniswelten auseinander. 15 kleinere und größere Arbeiten – entstanden seit 2000 – sind nun während der Öffnungszeiten im Rathaus Feldrennach in der Ittersbacher Straße 1 zu sehen, darunter ein Stillleben, religiöse Motive und überwiegend abstrakte Bilder – alles in allem: „ein Konglomerat aus Farben“.

Tom Arlov zeigt ein Werk einer Rathaus-MitarbeiterinAuch religiöse Motive hat der 79-jährige Künstler verarbeitet, wie er hier Sandra Wetzel vom Sekretariat zeigt.

Wer Interesse am Kauf eines Werkes hat, wendet sich an das Sekretariat des Bürgermeisters im Rathaus Feldrennach.