Der Holzbau beim Feuerwehrhaus geht zügig voran. Fotos: Gemeinde

aus 6 mach 1: Der Baustellenreport II

Fortsetzung der Inforeihe zum Projekt Feuerwehrhaus (Teil 6) - mit Videos und Bildergalerie

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Hinten rollt ein Bagger. Vorne laufen Arbeiter auf einem Gerüst. Sie bauen die Tore der Fahrzeughalle ein. Der Kran, beladen mit einem schweren Holzteil, schwenkt wieder aus. Dazu läuft Musik, auch ein Klopfen oder Bohren ist zu hören. Das Treiben auf der Baustelle wirkt entspannt. Zugleich gehen die Arbeiten beim neuen Feuerwehrhaus voran. Seit der letzten Reportage im Herbst 2019 hat sich viel getan – trotz leichter Verzögerungen aufgrund von Corona und Starkregen. Ein Rundgang mit Feuerwehrkommandant Martin Irion und Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, Johannes Kohle.

Neue Errungenschaften

Wo damals noch Betonstahl auf dem Boden lag, ragt jetzt ein gewaltiger Hochbau empor. 50 Meter breit und 13 Meter hoch soll das mehrstöckige Gebäude mal werden, der Übungsturm wird mit 18 Metern an der Spitze sein. Das Fundament dafür ist oben auf dem Parkdeck schon sichtbar. Über die äußere Rampe geht es hinauf. Sofort fällt die architektonische Holzkonstruktion mit den V-förmigen Stützen auf, die aus Holz und Stahlbeton bestehen. Zwischen den beiden ersten wird später die Einfahrt zum Parkdeck mit rund 30 Stellplätzen sein. Oben drauf kommen noch die Schulungsräume. Davor erstreckt sich eine freie, knapp 700 Quadratmeter große Übungsfläche. „Das gab es bisher nicht“, freut sich Kommandant Irion über die neue Errungenschaft für die Einsatzkräfte.

Blick auf BaustelleRundgang über die Baustelle: Martin Irion (rechts) und Johannes Kohle verschaffen sich ein Bild von den Arbeiten.

Übungsfläche beim neuen FeuerwehrhausFeuerwehrkommandant Martin Irion freut sich auf die künftig 700 Quadratmeter große Übungsfläche auf dem Parkdeck (im Hintergrund die Holzkonstruktion mit den V-förmigen Stützen).

Die Sonne brennt. Zwei Männer der Firma Holzbau Schaible lenken die sechs Meter langen und 400 Kilogramm schweren Holzträger am Kran an die richtige Stelle und bringen sie scheinbar ohne großes Zutun an den V-Stützen an. „Das geht flott“, sagt Irion, kommen die Teile doch in fertigem Zustand. Vier Firmen sind laut Bauleiter Markus Major aktuell im Einsatz, 14 Bauarbeiter kümmern sich um den Holz-, Fassaden-, Lüftungs- und Gerüstbau, zudem um ein paar wenige Rest-Erdarbeiten wie das Einbauen der Regenwasserzisterne.

Betonbau komplett fertig

Auf das Parkdeck selbst käme Irion und Kohle zufolge noch fünf Zentimeter dicker Asphalt, dann sei dieses fertig – so wie vieles bereits abgeschlossen ist: „Der komplette Betonbau ist fertiggestellt, die Erdarbeiten großteils erledigt, ebenso die Abdichtarbeiten“, sagt Fachbereichsleiter Kohle. Auch die Entwässerungsleitungen seien überwiegend gelegt, eine Notentwässerung mit Ablaufschächten nur für die Bauzeit errichtet. Zudem sichtbar: der Aufzugs- und daneben der Installationsschacht im kühlen Treppenhaus. Wie hoch das Gebäude jetzt schon ist, zeigt sich dort beim Blick in die gähnende Tiefe. Umso schöner die Aussicht in Richtung Pfinzweiler und Ittersbach. Über die Lagerebene unterm Parkdeck, von wo man über ein Geländer in die Fahrzeughalle schauen kann, geht es ins Erdgeschoss zu den großzügigen Umkleide- und Waschräumen. Dunkel ist es hier, außer Beton und Wasserhähne ist noch nicht viel zu sehen. Allerdings: Während sich die Feuerwehrleute in ihren bisherigen Häusern gemeinsam umziehen mussten, gibt es hier getrennte Räume für Männer und Frauen.

Blick von hinten in FahrzeughalleBlick in die Fahrzeughalle: Von der Waschhalle zur Funkzentrale am anderen Ende sind es 50 Meter.

Eindrucksvolle Fahrzeughalle

Auch Schmutz- und Sauberbereich sind separiert. So gibt es an der äußeren Seite etwa eine Waschhalle für Fahrzeuge mit integrierter Rinne – einer Stiefelwaschanlage für die Feuerwehrleute. Von hier erstreckt sich die eindrucksvolle Fahrzeughalle. 50 Meter sind es bis zum anderen Ende, wo die Funkzentrale, der Bereitschaftsraum und darüber ein weiterer Technikraum entstehen. In der Fahrzeughalle befestigt ein Bauarbeiter Lichtgitter mit Sensoren. Acht Sektionaltore werden gerade eingebaut – eins mehr wie Stellplätze. „Der Platz am Rand dient zur Lagerung von Sandsäcken, Rollcontainern oder Ölbindemitteln“, erklärt Irion. Ein Schwerlastregal werde dazu noch aufgestellt. Der komplette Innenausbau steht laut Kohle noch an: Elektroleitungen und Fliesen legen sowie Estrich-, Sanitär- und Malerarbeiten. Doch eines ist schon jetzt ersichtlich: Dieses Feuerwehrhaus wird ein Schmuckstück, das technisch enorm viel zu bieten hat.