In unserer Inforeihe informieren wir über das Projekt Feuerwehrhaus, im Teil 3 geht es darum, was dazu geführt hat. Fotos: Gemeinde

aus 6 mach 1: Die Gründe

Fortsetzung der Inforeihe zum Feuerwehrhaus

Eine Feuerwehrabteilung in jedem Ortsteil? Nach über 40 Jahren war das nicht mehr zeitgemäß. Warum der Neubau eines zentralen Straubenhardter Feuerwehrhauses notwendig wurde, welche Alternativen und Vorgaben es gab und ob die Feuerwehrangehörigen für eine Fusion waren, erklärt Feuerwehrkommandant Martin Irion.

Fehlende Tagesverfügbarkeit

Die Straubenhardter Verwaltung wurde in den Jahren nach der Gemeindereform 1973 auf drei Häuser reduziert, bei der Freiwilligen Feuerwehr Straubenhardt blieben die sechs Abteilungen lange bestehen – jede mit seinem Team und Haus. Die Gebäude kamen in die Jahre, entsprachen in Größe und Ausstattung nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Raumbedarf, die Größe der Stellplätze, vieles hat sich massiv geändert. Ein Anbau wäre nur in Langenalb möglich gewesen, an allen anderen Standorten wäre dafür kein Platz gewesen. Vor allem aber gab es immer mehr Engpässe beim Personal. Die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrleute war seit 2001 nicht mehr gewährleistet, auch nicht nachts und während des Wochenendes. Viele müssen zu ihren Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde pendeln, zudem machte sich der demografische Wandel bemerkbar. „Wir haben das mehrere Jahre durch eine parallele Alarmierung von Einsatzabteilungen kompensiert“, sagt Irion. Doch dann stand die Beschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge an, ebenso die Sanierung der Gebäude.

Martin Irion vor BannerFeuerwehrkommandant Martin Irion vor dem Banner zum Bauprojekt, das durch die Gemeinde wandert und zurzeit in Schwann steht.

Unzeitgemäße Ausstattung

Vier von sechs Löschfahrzeugen seien über 20 Jahre alt. Ersatzteile zu bekommen, wurde immer schwieriger. Es hätte enorm in die Technik der einzelnen Abteilungen investiert werden müssen. Im Rahmen der Feuerwehrbedarfsplanung ist die Feuerwehr daher 2014 auf Gemeinde und Gemeinderat zugegangen. In den Abteilungen hatte es Workshops gegeben, bei denen etwa Vor- und Nachteile einer Zusammenlegung überlegt wurden. 90 Prozent der Feuerwehrangehörigen hätten sich dabei für eine zukunftsweisende Strukturänderung ausgesprochen. Ein Jahr später wurde diese beschlossen. „Durch die Fusion kann zum Beispiel auf Fahrzeuge verzichtet werden“, erklärt der Kommandant. So gebe es künftig drei Löschfahrzeuge an einem Standort – zwei werden mitgenommen, ein neues wurde beschafft, vier fallen weg. Der Mehrwert: „Im Gesamtkonzept ergeben sich Synergien“, sagt Irion. Das neue Fahrzeug biete mit 14 Tonnen (statt bisher 7,5 Tonnen) mehr Equipement. So könne etwa mehr Löschwasser und Schlauchmaterial mitgeführt werden. Was das Personal betrifft, wird es künftig eine schlagkräftige Einsatzabteilung geben, zudem eine Jugend-, Alters- und Musikabteilung.

Einhalten der Zehn-Minuten-Frist

Um das neue Feuerwehrhaus auf den Weg zu bringen, waren viele Vorgaben zu erfüllen. Ein geeigneter Standort musste ermittelt, der 100-seitige Feuerwehrbedarfsplan verabschiedet und die Zustimmung des Landratsamtes als Fachaufsicht für das Feuerwehrwesen eingeholt werden. Auch Förderanträge mussten gestellt, ein Ingenieurbüro beauftragt und eine Baukommission mit Vertretern der Gemeinde, Feuerwehr und des Gemeinderats gebildet werden.

Entscheidend für die Wahl des Standorts an der Langenalber Straße war etwa die Zehn-Minuten-Frist, die das Eintreffen der Wehr von der Alarmierung bis zum Einleiten der ersten Maßnahmen meint. Diese werde dort als „realistisch erreichbar“ erfüllt. Zur „Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr“, die der Landesfeuerwehrverband und das Innenministerium 2008 festgelegt haben, gehören drei Faktoren: die besagte Eintreffzeit von zehn Minuten, die Einsatzkräfte und die Einsatzmittel, sprich Personal und Fahrzeuge mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung. „Alle drei Bemessungswerte müssen gleichzeitig erfüllt sein, um dem Begriff ‚leistungsfähig‘ gerecht zu werden“, heißt es in den Grundlagen.

aus 6 mach 1: Die Inforeihe zum Projekt Feuerwehrhaus

Wer an der Langenalber Straße in Straubenhardt vorbeikommt ahnt, dass hier etwas Großes entsteht. Die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrhaus sind in vollem Gange, die Grundsteinlegung wurde mit großem Interesse verfolgt. Alle sechs Abteilungen der Feuerwehr werden dort künftig ihr Domizil finden. In einem Gebäude, das technisch und nachhaltig auf dem neusten Stand stehen wird. Doch warum ist dieser Bau überhaupt notwendig? Wie soll das Haus aussehen? Und wie kommt es der Bevölkerung zugute? Solche und andere brennende Fragen stellen und beantworten wir in unserer neuen Inforeihe, die in unregelmäßigen Abständen im Mitteilungsblatt und auf der Homepage www.straubenhardt.de veröffentlicht wird. Verschiedene Gesprächspartner werden darin zu Wort kommen und Hintergründe sowie Wissenswertes zum Bauprozess aufdecken.