In unserer Inforeihe informieren wir über das Projekt Feuerwehrhaus, im Teil 2 geht es um die ursprüngliche Idee und Cradle to Cradle.

aus 6 mach 1: Die Idee

Fortsetzung der Inforeihe zum Feuerwehrhaus

In Straubenhardt entsteht ein Feuerwehrhaus nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Doch warum eigentlich? Wie kam es dazu? Und was bedeutet es? Bürgermeister Helge Viehweg gibt Antwort:

Warum bauen wir ein Feuerwehrhaus nach „Cradle to Cradle“ (C2C)?

Weil wir Dinge anders denken wollen. Die Bauwirtschaft und herkömmliche Gebäude verursachen unheimliche Müllmengen. Dies wollen wir durchbrechen, indem wir mit Qualität gut bauen. Gebäude, die gesund sind und keine Giftstoffe in sich tragen. Nicht weniger schlecht sein, sondern gut. Das ist das Ziel.

Bürgermeister auf BaustelleBürgermeister Helge Viehweg bei einem Besuch auf der Baustelle.

Was heißt das genau, was hat es mit dem sperrigen Begriff auf sich?

Ich wünschte mir auch noch einen positiven deutschen Begriff. Aber er beinhaltet, dass alles, was benutzt wird, wieder verwendet werden kann. Von der Wiege zur Wiege heißt, dass verwendete Produkte nach seiner ursprünglichen Verwendung einem neuen Zweck zugeführt werden. Also wird ohne Verklebung und Ähnlichem gearbeitet, damit diese Produkte problemlos voneinander getrennt werden können und einen neuen Zweck finden.

Hätten Sie einfache deutsche Worte dafür?

„Leben ohne Müll“. Oder „positiver Fußabdruck“.

Wie kam ursprünglich die Idee, dies bei uns umzusetzen?

Ich habe Professor Michael Braungart bei der IHK gehört. Alles was er gesagt hat, war inspirierend. Danach haben wir miteinander gesprochen, uns getroffen und mit dem Gemeinderat gearbeitet. Seitdem ist eine faszinierende Verbindung zu ihm und C2C entstanden.

Was motiviert Sie, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Im Moment wird viel von Klimanotstand und Klimaneutralität gesprochen. Mich begeistert das nicht. Das sagt aus, wir müssen mit schlechtem Gewissen durch die Welt laufen. Wir können nicht neutral sein. Alles was wir tun, hat Auswirkungen.

Was wird unser Feuerwehrhaus später haben, was andere nicht haben?

Zum einen entsteht ein schönes Gebäude, zum anderen unternehmen wir den Versuch, Dinge anders umzusetzen. Wir bekommen kein Gebäude für die Müllhalde, sondern ein Gebäude, das eine längere Lebenszeit hat und später keine oder wenig Entsorgungskosten verursacht. Wenn dort nachher ein Gebäude steht, das für Menschen und Umwelt gut ist, wird es ein großer Unterschied sein. Den spüren dann auch die Menschen, die in dem Haus zu tun haben. Das Interesse, das heute schon Medien an uns und dem Gebäude haben, war bis jetzt alleine schon positiv überraschend.

Wie wollen Sie Straubenhardt als C2C-Modellgemeinde weiter voranbringen?

Wir wollen es schaffen, im Großen wie im Kleinen andere Akzente zu setzen. Zudem sollen künftige Baugebiete nach dem C2C-Grundsatz entstehen. Wenn es uns gelingt, Bürger und Unternehmen zu begeistern, dann kann daraus etwas entstehen. Da bin ich mir sicher.

Wie wollen Sie die Bürger und Unternehmen überzeugen?

Durch Förderung und Begeisterung und dass sie merken, dass auch sie Teil der Bewegung sein können. Wir brauchen alle Akteure, wenn es ein Erfolg werden soll. Der Gemeinderat steht mit breiter Mehrheit dazu. Das zeichnet uns aus: frühzeitig nach Lösungen zu suchen, die für die Zukunft wichtig sind.

aus 6 mach 1: Die Inforeihe zum Projekt Feuerwehrhaus

Wer an der Langenalber Straße in Straubenhardt vorbeikommt ahnt, dass hier etwas Großes entsteht. Die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrhaus sind in vollem Gange, die Grundsteinlegung wurde mit großem Interesse verfolgt. Alle sechs Abteilungen der Feuerwehr werden dort künftig ihr Domizil finden. In einem Gebäude, das technisch und nachhaltig auf dem neusten Stand stehen wird. Doch warum ist dieser Bau überhaupt notwendig? Wie soll das Haus aussehen? Und wie kommt es der Bevölkerung zugute? Solche und andere brennende Fragen stellen und beantworten wir in unserer neuen Inforeihe, die in unregelmäßigen Abständen im Mitteilungsblatt und auf der Homepage www.straubenhardt.de veröffentlicht wird. Verschiedene Gesprächspartner werden darin zu Wort kommen und Hintergründe sowie Wissenswertes zum Bauprozess aufdecken.