Zahlreiche Besucher strömten auf den Naturpark-Markt am letzten September-Tag.

Besucheransturm auf den Naturpark-Markt

Schwarzwälder Kost und Programm begeistern hunderte Besucher in Feldrennach – 30 Stände, Schau-Dreschen und Straßenmusik bei spätsommerlichen Temperaturen

Es ratterte und staubte beim Schau-Dreschen in Feldrennach. Seit 1999 stand die zirka 80 Jahre alte Mengele-Dreschmaschine still. Beim Naturpark-Markt haben die Schlepperfreunde Straubenhardt ihr vor Jahren erworbenes, historisches Stück wieder zum Einsatz gebracht. Zahlreiche Besucher verfolgten die Vorführung an der Schwanner Straße und sahen, wie die Spreu vom Weizen getrennt wird - vielmehr von der Getreidesorte „Triticale“, einer Kreuzung zwischen Urkorn und Weizen, die Biobauer Horst Reiser zur Verfügung gestellt hat. 200 Garben wurden gedroschen, Vorstand Christoph Kucher hievte eine nach der anderen mit der Mistgabel nach oben, wo das Getreide von zwei Mitstreitern in die von einem Traktor angetriebene Maschine gegeben wurde. In Säcken landeten die Körner, auf der anderen Seite das Stroh.

Viele Schaulustige verfolgten die Vorführung der Schlepperfreunde.

Das Schau-Dreschen fand erstmals im Rahmen des Naturpark-Markts statt, der zum 13. Mal von der Gemeinde auf Initiative des Naturparks Schwarzwald Mitte-Nord veranstaltet und dieses Jahr besonders gut besucht wurde. Schon um die Mittagszeit war die Gasse voll, am Schäferwagen, beim Festzelt oder auch an der beliebten Sektbar des Turnvereins bildeten sich lange Schlangen. Über 30 Schwarzwälder Erzeuger, Vereine, die Schule und Straubenhardter Läden wirkten mit. Die Auswahl reichte von regionalen Ziegen- und Wurstprodukten über Essig- und Senfsorten, Holzspielzeug bis zu Brot und Bruzzelfleisch. „Es ist toll, wie die Vereine sich Jahr für Jahr einbringen“, bedankte sich Friederike Stetter vom Naturpark. Im Vordergrund des Marktes stünde die Regionalität und Nachhaltigkeit der Produkte. „Sie haben bis heute Abend Zeit, Straubenhardt kennenzulernen“, sagte Bürgermeister Helge Viehweg bei der Eröffnung, bei der er auch musikalisch mitwirkte. Die Jugendkapelle des Musikvereins Feldrennach stimmte unter der Leitung von Carmen Brack mit schwungvollen Titeln wie „Mambo Cubano“ auf das Straßenfest bei spätsommerlichem Wetter ein.

Der Musikverein spielte Märsche und Polkas zur Freude der Besucher.

Zur Freude der flanierenden und verweilenden Gäste unterhielten 25 Bläser des Musikvereins später noch mal mitten im Marktgeschehen mit Märschen und Polkas – ein neuer Programmpunkt, der bestens ankam. Für Kinder war ebenfalls etwas geboten: Die beiden Ziegen „Freddy“ und „Marianne“ erhielten viele Streicheleinheiten, ebenso die Ponys von Jutta Fuchs, auf denen Runde für Runde geritten wurde. An deren Bastelstand konnten zudem Hufeisen und Holzpferde beklebt werden, beim großen Freilandschach der Schachfreunde vorm Vereinsheim gab es ein Preisrätsel. Der Förderverein der örtlichen Grundschule servierte Donuts, Georg Göbel und Johannes Greb ihr selbstgebrautes Bier. Ihr „Häselbräu“-Stand war wie der Honig von Liane Weißmantel, die Kratzbilder von Hobbykünstlerin Kerstin Layher und die gedrechselten Schalen und Pfeffermühlen von Marco Künert und Oliver Baumann erstmals vertreten. „Wir benutzen verschiedene Hopfensorten“, freuten sich die Pfinzweiler Bierbrauer über die Resonanz. Auch alle anderen Beschicker zeigten sich überaus zufrieden. „Heute ist ist Hölle los“, meinte etwa Sirup- und Marmeladen-Macherin Andrea Kolb-Biester.