Frank Maginot (von links) schüttet die gemeindeeigenen Äpfel auf die neue Anlage, die von Rolf Bürkle und Florian Augenstein gepresst wurden. Fotos: Gemeinde

Frischer Fruchtsaft aus sanierter Kelter

Moste in Ottenhausen offiziell eingeweiht – Rund 40 Besucher über Vorführung und Verkostung erfreut

Bei spätsommerlichen Temperaturen wurde die Kelter in Ottenhausen offiziell eingeweiht und bestaunt. Die ehemalige Stallscheune, in der seit 1952 regelmäßig gemostet wird, war vergangenes Jahr von Grund auf renoviert worden. Aufgrund der kurzen Mostsaison wurde die kleine Feierstunde – trotz Corona – in diesem Jahr nachgeholt. Bürgermeister Helge Viehweg freute sich, den ersten Veranstaltungstermin seit März wahrnehmen zu können. „Es ist schön, endlich wieder Menschen zu sehen und zu treffen“, sagte er auf dem Platz vor der Kelter, wo sich rund 40 Besucher mit Abstand und Maske eingefunden hatten – darunter Gemeinderäte aus allen Fraktionen.

Kelter eingeweiht mit Bürgermeister und GemeinderätenBürgermeister Helge Viehweg (von links) weihte die sanierte Kelter mit Frank Maginot vom Gebäudemanagement, Rolf Bürkle, Florian Augenstein (hinten verdeckt) und den Gemeinderäten Jörg Gube, Uwe Gorgus, Jochen Fauth und Gustav Bott ein.

Kelter eingeweiht Bürgermeister begrüßtDie Veranstaltung fand vor allem im Freien statt, durch das geöffnete Tor konnten die Besucher die Vorführung verfolgen.

Dem Gemeinderat sei es wichtig gewesen, die beliebte und bis Oktober bereits ausgebuchte Kelter zu erhalten. Vom Dach über die Geräte bis zum Boden wurde alles erneuert, die Gesamtkosten lagen bei rund 135 000 Euro. Davon ging ein Großteil in die Keltereianlage (35.000 €), die Dach- und Fassadenarbeiten (32.000 €) sowie den pflegeleichten Industriebodenbelag (13.000 €). Neben einer neuen Obstpresse und Mostanlage aus Sortiertisch, Wasch- und Mahlanlage wurde auch ein Vorerhitzer für die Bag-in-Box-Anlage angeschafft, um die Leistungsfähigkeit nochmals zu erhöhen – von 300 auf 500 Liter haltbarem Saft pro Stunde. Seit 2013 verfügt die Kelterei über dieses moderne Abfüllsystem, in das damals 9500 Euro investiert und vom Landratsamt Enzkreis mit 1500 Euro gefördert wurde. Seitdem war die Nachfrage weiter gestiegen. „Der Vorteil bei dieser Anlage ist die Automatiksteuerung“, erklärte Florian Augenstein bei der Vorführung. Sowohl bei der Kelter- als auch bei der Abfüllanlage gebe es mehr Stundenkapazität, so der Betreiber, der mit Unterstützung von Freunden und Familie für die Gäste extra gemeindeeigene Äpfel presste. Fast 100 Kilogramm Obst wurde dafür geerntet, die Menge ergab 60 Liter Saft. Das süße Fruchtgetränk durfte anschließend im Freien gleich probiert werden. „Das schmeckt“, sagte der vierjährige Daniel, der mit Schwester Anne (8) und Papa Jochen Treiber sein Glas leerte.

Verkostung ApfelsaftFrank Maginot (links) zapfte den frisch gepressten Apfelsaft aus einem 60-Liter-Fass.

Familie Treiber probiert ApfelsaftAnne (8), Daniel (4) und Jochen Treiber aus Ottenhausen ließen sich den süßen Saft schmecken.