Viele Besucher*innen belebten das neue Feuerwehrhaus am Tag seiner Einweihung. Fotos: Molnar

Historischer Tag für Straubenhardt

Neues Feuerwehrhaus mit viel Programm und zahlreichen Besucher*innen eingeweiht – Schlüsselübergaben, Ehrungen, Grußworte und Tag der offenen Tür

Was für ein Tag: Die feierliche Einweihung des Feuerwehrhauses ging mit überwältigender Resonanz über die Bühne. Von morgens bis abends kamen Gäste, nahmen an Führungen teil, staunten über die Schauübungen auf dem Übungshof oder die vorm Gebäude ausgestellten, mit Blumen geschmückten Feuerwehrfahrzeuge. Beim offiziellen Teil wurden die symbolischen Schlüssel übergeben und verdiente Feuerwehrangehörige geehrt, der Fanfarenzug Schwann leitete den Reigen der Festreden mit dem „Fanfarenruf“ ein.

„Dies ist ein historischer Moment für Straubenhardt“, stellte Bürgermeister Helge Viehweg fest. Es sei ein großer Tag für die Gemeinde, die Feuerwehr und die Bürger*innen. Der Weg sei nicht immer leicht gewesen, aber entscheidend wichtig und das neue Gebäude ein Gewinn für die Gemeinde in jeder Hinsicht: „Wir alle können stolz darauf sein“, so Viehweg. Es sei schon ein bewegender Moment, wenn die Gemeinde das wahrscheinlich teuerste Projekt ihrer Geschichte an die Feuerwehr übergebe. Alle sechs Ortsteilwehren seien jetzt unter dem Dach des imposanten, mit modernster Technik ausgestatteten, aber auch nachhaltig gebauten Hauses vereint.

Publikum bei Einweihung FeuerwehrhausBürgermeister Helge Viehweg begrüßte die zahlreichen Gäste in der Fahrzeughalle.

Fanfarenzug spielt zur EröffnungDer Fanfarenzug Schwann eröffnete den Reigen der Festreden unter Leitung von Lisa Ehrhardt.

Unter den vielen Gästen waren auch eine Delegation aus Straubenhardts französischer Partnergemeinde La Veyle, hoher Besuch aus dem österreichischen Obernberg am Brenner sowie gut 200 Feuerwehrleute, so dass die große Fahrzeughalle bis auf den letzten Platz besetzt war. „Das Feuerwehrhaus ist eine Investition in die Sicherheit der Gemeinde“, betonte Landrat Bastian Rosenau. Er sprach von einer gemeisterten „sportlichen Herausforderung“ und lobte den mutigen Schritt, das Haus nach Cradle to Cradle (C2C) zu bauen.

Architekt Professor Tobias Wulf, der für den noch im Stau steckenden Kollegen Ingmar Menzer einsprang, freute sich, das Haus nach Jahren der Bauzeit mit wenigen Handwerkern so belebt erleben zu dürfen. „Das Feuerwehrhaus war für unser Büro ein Pionierprojekt, das ausstrahlt auf alle weiteren Projekte und das Bauen in der Zukunft“, so Wulf. Fachplanerin Daniela Schneider überreichte den C2C-Gebäudepass, der bestätigt, dass wiederverwendbare Materialien ausgewählt wurden. Auch in Hinblick auf die zunehmende Ressourcenknappheit sei das Feuerwehrhaus ein Leuchtturmprojekt für C2C und Vorbild für die Einleitung eines Paradigmenwechsels in der Baubranche.

Gebäudepass und Plakat bei Einweihung überreichtEPEA-Fachplanerin Daniela Schneider überreichte ein C2C-Poster und den Gebäudepass an Bürgermeister Helge Viehweg (rechts) und Kommandant Martin Irion.

Gelungene Filmpremiere

Eindruck machte denn auch der extra für die Einweihung gedrehte Film von Fred Marketing alias Frederic Stieler und Team, der auf großer Leinwand präsentiert wurde und auch am Nachmittag neben einer Bildershow zur Bauzeit im Schulungsraum lief. Zudem lagen frisch gedruckte Broschüren zum neuen Gebäude mit allen wichtigen Daten aus.
SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast sprach im Namen ihrer Kollegen von Bundes- und Landtag, Gunther Krichbaum (CDU) und Erik Schweickert (FDP). Sie drückte ihre besondere Wertschätzung für das bundesweit einmalige Modellprojekt aus und ließ auch den unweit tobenden Krieg nicht außer Acht: „Genießen Sie es, gemeinsam in Frieden feiern zu können.“

Besonderer Ehrengast war neben Altbürgermeister Willi Rutschmann auch der Erfinder der C2C-Idee, Professor Michael Braungart. Die Gemeinde gebe mit dem Bau ein Beispiel für den aktiven Klimaschutz. Das Gebäude sei eine Metapher dafür, wie man durch gemeinsames Handeln positive Dinge erreichen könne. Alle müssten aktiv daran arbeiten, die Klimawerte aus dem Jahr 1900 zurückzuholen. Architekt Ingmar Menzer und Projektleiter Julian Baun überreichten einen extra angefertigten, symbolischen Schlüssel an Bürgermeister Viehweg, der ihn wiederum an Feuerwehrkommandant Martin Irion übergab.

Schlüsselübergabe in FahrzeughalleProjektleiter Julian Baun und Architekt Ingmar Menzer vom Stuttgarter Büro wulf architekten (von links) übergaben den Schlüssel an Bürgermeister Helge Viehweg und Feuerwehrkommandant Martin Irion.

„Gemeinsam ist es gelungen, ein auf den Bedarf der Feuerwehr angepasstes Feuerwehrhaus fertigzustellen“, sagte Irion. Dies alles sei aber nichts ohne das Personal. „Die Feuerwehrleute sind das Rückgrat und ich bin stolz, ihnen als Kommandant vorstehen zu dürfen“, betonte Irion, der selbst stehenden Applaus für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt. Kreisbrandmeister Carsten Sorg betonte ebenfalls, dass die Vereinigung der sechs Abteilungen ein einzigartiger Vorgang sei und wünschte, das Haus solle nun auch zur Heimat der Feuerwehrleute werden.

Ein Dank- und Segensgebet von Notfallseelsorger David Gerlach beschloss die Feierstunde, bevor es mit viel Programm beim Tag der offenen Tür weiterging. Viel Betrieb herrschte im Parkdeck, wo die Besucher*innen am Grill verköstigt wurden, im ganzen Gebäude, auf dem Turm sowie auf dem Übungshof, wo etwa die Jugendfeuerwehr mit Tatü-Tata ihre Schauübungen zeigte. Der Nachwuchs konnte fleißig Feuerwehrautos basteln, Tischkicker oder beim Spritzspiel selbst Feuerwehrmann spielen.

Schauübung während des Tags der offenen TürDie Schauübungen der Feuerwehr auf dem hinteren Übungshof waren ein besonderer Publikumsmagnet.

Ausgezeichnete Feuerwehrangehörige – mit echtem Einsatz

Im Rahmen des Festakts wurden verdiente Feuerwehrangehörige von Kreisbrandmeister Casten Sorg und dem Vorsitzenden des Feuerwehrverbands Enzkreis, Markus Haberstroh, geehrt. Zuvor verlieh Bürgermeister Helge Viehweg die höchste Auszeichnung der Gemeinde, den Bürgerpreis in Gold, an Markus Keller. Der langjährige Feuerwehrangehörige hat sich unter anderem durch 20 Jahre als stellvertretender Kommandant auf Gesamtebene und weitere 15 Jahre als Abteilungskommandant in Ottenhausen verdient gemacht. Das Publikum spendete minutenlang stehenden Applaus.

Für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden Martin Röck, Martin Ganzhorn, Lothar Merkle, Uwe Dietz und Dieter Weisenburger mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold des Landes Baden-Württemberg geehrt. Das Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Dienst ging an Thomas Ray und Martin Rothaug. Und für 15 Jahre aktiven Feuerwehrdienst zeichnete Sorg Michael Pross und Philipp Härter aus.

Vom Feuerwehrverband wurden Norbert König, Rüdiger Neuweiler, Kurt Boeuf und Ulrich Keppler ausgezeichnet, die in ihren Abteilungen seit langer Zeit besondere Funktionen übernommen haben. Die Gäste konnten sogar noch die „Feuerwehr live“ erleben, denn mitten in die Ehrungszeremonie platzte ein schriller Feueralarm, der eine Löschgruppe zu den Schläuchen rief.

Geehrte vor FeuerwehrfahrzuegenDie Geehrten mit Bürgermeister Helge Viehweg (links), Kreisbrandmeister Carsten Sorg, Verbandsvorsitzenden Markus Haberstroh und Kommandant Martin Irion (von rechts).

Text: Bernd Helbig/Anita Molnar