Elisabeth Seifert zeigt neben Bildern in Walzen- und anderen Techniken auch kleinere Skulpturen wie diese "Figur mit Maske". Fotos: Gemeinde

Neue Kunstwerke im Rathaus Feldrennach

Elisabeth Seifert aus Langenalb stellt Malereien, Zeichnungen und Holzschnitte aus – Erstmals auch Skulpturen in der Reihe „Kunst im Rathaus“ zu sehen

Eine rote Figur mit langgestrecktem Arm steht auf einem blauen Sockel im Flur. Dynamisch sieht sie aus, gerade so, als würde sie zwischen den Büroräumen tanzen. „Ein Ast im Wald hat mich zu dieser Figur inspiriert“, erzählt Elisabeth Seifert. Sie hat ihn mit Pappmaschee und weiteren Ästen ergänzt und schon entstand daraus ein „Tanzender Faun“. Einer „im Liebestaumel“: Das kleine Herz am Sockel deutet zart darauf hin. Elisabeth Seifert ist die erste Künstlerin, die neben zwölf Bildern auch drei Plastiken im Rathaus Feldrennach ausstellt. „Ich bin glücklich und gespannt auf die Reaktionen“, so die studierte Bildhauerin und Kunstpädagogin im Ruhestand. Früher zeigte die gebürtige Berlinerin, die seit 1981 in Langenalb lebt, ihre Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen, etwa in Stuttgart, Bad Homburg, Heilbronn oder Kassel. Sie hat auch viele Stein- und Bronzeskulpturen geschaffen, doch diese konnte sie schwer mit ins Rathaus nehmen.

Künstlerin mit Bürgermeister vor eigenen Figur
Bürgermeister Helge Viehweg und Elisabeth Seifert freuen sich über die Ausstellung im Rathaus, bei der auch Plastiken wie der „Tanzende Faun“ zu sehen sind.

Elisabeth Seifert absolvierte zunächst eine Goldschmiedeausbildung in Pforzheim, studierte später an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart sowie Kunstwissenschaft an der Universität Stuttgart. Für das Rathaus Feldrennach hat sie aus ihrem großen Arsenal an Kunstwerken auch ihr Lieblingswerk ausgewählt: den „Sturz des Luzifers“, eine Bleistiftzeichnung mit unterschiedlichem Bleistiftstärken auf rotem Passepartout.

Bleistiftzeichnung "Sturz des Luzifers" Mit der Bleistiftzeichnung „Sturz des Luzifers“ stellt die Künstlerin ein Motiv aus dem Alten Testament dar.

Das aktuelle Bild von 2020/21 scheint auf dem Kopf zu stehen. Doch genau darum geht es: „Luzifer wurde wegen seiner Eitelkeit von Gott aus dem Himmel verstoßen und stürzt in die Tiefe“, so Seifert über das Motiv aus dem Alten Testament. Im Eck daneben steht eine weitere Holzskulptur, die „Figur mit Maske“. Oft sind es Fundstücke, die die noch produktive 78-Jährige umgestaltet. So sei auch diese Figur aus einem Baumstamm geschnitzt – oben mit wahrem Gesicht, unten mit verstellt-maskiertem. Das großformatige, mit Walzentechnik geschaffene Bild dahinter gehört zur Serie der „Figuren mit Fächer“, die im Besprechungszimmer ausgestellt sind. „Dabei geht es mir um die Farbvariationen“, sagt die Künstlerin über die älteren Werke. Etwas versteckt und eher von der Treppe zu sehen ist die Materialcollage über der Zwischentür. Da scheint jemand mit seinem überdimensional großen Ohr alles mit anhören zu wollen. „Gespräch“ heißt denn auch die Relief-Plastik-Collage, für die Seifert eine Messingplatte vom Schrottplatz in Pforzheim umgestaltet hat. Landschaftsbilder mit bunten Acrylfarben sowie Holzschnitte mit Titeln wie „Aufbruch“ und „Licht“ runden die sehenswerte Ausstellung ab.

Künstlerin Elisabeth Seifert zeigt einen Holzschnitt
Die Langenalber Künstlerin zeigt einen Holzschnitt von 2002 mit dem Titel „Aufbruch“.

Bilder in Walzentechnik im Rathaus
Die Serie „Figuren mit Fächer“ wurden mit Walztechnik geschaffen.

Info:

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen. Seit dem 28. Juni ist der Besuch wieder regulär und ohne Termin möglich, die Hygieneregeln (Abstand, Hustenetikette, medizinische Maske) müssen aber weiterhin eingehalten werden. Die Bilder sind auch zu erwerben. Bei Interesse melden Sie sich im Büro des Bürgermeisters unter Telefon 07082 948-511 oder -513 oder per E-Mail an sekretariat@straubenhardt.de.