Seit März 2016 wird das ehemalige Firmengebäude an der Daimlerstraße in Feldrennach bewohnt.

Neues Domizil für geflüchtete Menschen

Gemeinschaftsunterkunft im Holzbachtal wird zum Jahresende aufgegeben - Geflüchtete ziehen zum überwiegenden Teil in die Daimlerstraße um - Bürgermeister froh über Integration im Ort

20 Jahre lang wurden geflüchtete Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft im Holzbachtal untergebracht. Der Enzkreis hatte das Gebäude 1998 übernommen, vorher fungierte dieses als Pension, „Hotel für Spätaussiedler“ und schließlich als „Asylbewerberheim“. Während der Flüchtlingswelle 2015 wohnten mehr als 40 Menschen dort – abgeschieden, unter schlechten Bedingungen. Gefährliche Situationen nachts am Fahrbahnrand, wo die Geflüchteten oft zu Fuß unterwegs waren, taten das ihrige. Zum Jahresende soll mit all dem Schluss sein: Die in die Jahre gekommene Unterkunft wird aufgegeben. „Ich bin froh, dass das Kapitel beendet wird“, sagte Bürgermeister Helge Viehweg jüngst beim Pressegespräch in der künftigen Unterkunft an der Daimlerstraße in Feldrennach.

PressegesprächBild: In den neuen Räumlichkeiten an der Daimlerstraße trafen sich (von links) Pfarrer David Gerlach, Sabine Burkard vom Landratsamt, Security-Mitarbeiter Maurice Moore, Unterkunftsleiter Sascha Hänle, Bürgermeister Helge Viehweg, Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb sowie die Vertreter der Presse.

Seit März 2016 wird das Gebäude bewohnt. 19 Zimmer plus Gemeinschaftsküche stehen dort insgesamt zur Verfügung und bieten Platz für 65 Menschen in vorläufiger und Anschlussunterbringung. Aktuell sind 79 Menschen in Straubenhardt anschlussuntergebracht, 13 leben noch im Holzbachtal – viele werden in die Daimlerstraße umziehen, einige auch in den östlichen Enzkreis. „Wir haben intensive Jahre hinter uns“, sagte Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb, die ihren Aufgabenbereich Migration und Flüchtlinge inzwischen an Landwirtschaftsdezernentin Hilde Neidhardt übergeben hat. Sie bedankte sich für die gute Zusammenarbeit sowie das große ehrenamtliche Engagement vor Ort und überreichte Präsente sowohl an Bürgermeister Viehweg als auch an Pfarrer David Gerlach, der sich seit Jahren stark im Netzwerk Asyl einbringt. „Es hat Kümmerer gebraucht“, so Kreeb. 1,5 Millionen Euro wurden laut Viehweg in das ehemalige Firmengebäude an der Daimlerstraße investiert. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte er sichtlich erleichtert, dass die Menschen nun im Ort integriert seien. Der Verwaltungschef sprach auch das Thema Hoffnungshäuser an, mit denen die Gemeinde künftig bezahlbaren Wohnraum schaffen will. 

neue RäumeBild: 19 Mehrbettzimmer stehen für insgesamt 65 Menschen in dem ehemaligen Firmengebäude zur Verfügung.