Schweißtreibende Arbeit: Die AVG hat in den vergangenen Wochen zwei Eisenbahnbrücken bei Neuenbürg saniert. Ab dem 10. September kann der Stadtbahnverkehr auf der gesamten Enztalstrecke wieder rollen (Foto: AVG).

Stadtbahnverkehr auf der Enztalbahn rollt wieder

Pressemitteilung vom 7. September 2018: Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) hat die Instandsetzungsarbeiten auf der Enztalbahn erfolgreich abgeschlossen. Ab Montag, 10. September, verkehren die Stadtbahnen der Linie S6 zwischen Pforzheim und Bad Wildbad wieder regulär.

Seit dem 30. Juli war die Strecke über die Sommerferien komplett für den Bahnverkehr gesperrt. Die AVG hatte für ihre Kunden mit Bussen deshalb einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Insgesamt 20 Einzelmaßnahmen hat das kommunale Verkehrsunternehmen in den vergangenen Wochen für die Ertüchtigung der rund 20 Kilometer langen Eisenbahnstrecke im Nordschwarzwald umgesetzt. Schwerpunkt dabei war der Austausch von Gleisschwellen, die Sanierung von Brückenbauwerken bei Pforzheim-Brötzingen und Neuenbürg, Vegetations- und Baumfällmaßnahmen sowie Arbeiten an einer Felswand bei Birkenfeld.

„Wir haben viele dieser notwendigen Maßnahmen nun gebündelt in der Hauptferienzeit durchgeführt, um die Strecke nicht nochmal zu einem späteren Zeitpunkt sperren zu müssen. So konnte die Belastung für unsere Fahrgäste und auch die Anwohner gering gehalten werden. Mein Dank geht an alle AVG-Mitarbeiter und die beteiligten Baufirmen, die die Arbeiten bei oft tropischen Temperaturen fristgerecht bis zum Ende der Ferien erledigt haben“, lobt der verantwortliche Bauleiter Frank Weißmann von der Bahnmeisterei Forbach.

Nur einige „Restarbeiten“ seien nun noch in den nächsten Tagen entlang der Strecke durchzuführen. Diese haben allerdings keinen Einfluss auf den wieder anlaufenden Stadtbahnverkehr. „Wir arbeiten das Wochenende noch durch, damit die Strecke pünktlich zum Betriebsbeginn am Montagmorgen wieder freigegeben werden kann“, betont Weißmann.

Grundsaniert und mit einem neuen Korrosionsschutz ausgestattet wurde in den vergangenen Wochen die Eisenbahnbrücke über die Westliche Karl-Friedrich-Straße in Pforzheim-Brötzingen. Weil die alten Buckelbleche, auf denen der Gleisschotter und die Schienenschwellen aufliegen, komplett durchgerostet waren, musste die ganze Stahlkonstruktion freigelegt und der Bahnsteig abgebrochen werden. „Wir haben die Stahlkonstruktion dann mit Hochdruckwasserstrahlen mit bis zu 2500 bar gereinigt und danach sandgestrahlt“, berichtet Andreas Heger. Er ist bei der AVG für die Instandhaltung von rund 200 Brückenbauwerken und die Sicherung von Felswänden zuständig. Nach dem Einschweißen der neuen Buckelbleche wurde auf einer Fläche von circa 880 Quadratmetern in mehreren Lagen der neue Korrosionsschutz aufgebracht, bevor der Bautrupp wieder die Gleise in Position brachte und den Bahnsteig wiederherstellte.

Auch unterhalb der Brücke wurde in Rekordzeit gewerkelt. Von großen Schutzplanen verdeckt erhielt das Bauwerk ein „Peeling“ mit Sandstrahlen für einen langfristigen Schutz vor Rost und Feuchtigkeit. „In vier Wochen wurde bei sechs Arbeitsgängen insgesamt eine Fläche von 8.700 Quadratmetern bearbeitet“, so Heger. Wie sein Kollege Weißmann lobt auch er die an dem Infrastrukturprojekt beteiligten AVG-Mitarbeiter und Baufirmen „für die tolle Arbeit, die hier in den letzten Wochen entlang der Enztalstrecke geleistet worden ist.“

Gleich zwei Brücken setzte die AVG einige Kilometer talaufwärts am Bahnhof in Neuenbürg instand – betreut wurde dieser Bauabschnitt am Eingang der Schwarzwaldgemeinde von Hegers Kollege Günter Jäger. Hier führen die Bauwerke den Bahnverkehr über die Enz und die Landstraße L338. „Auch an diesen Brücken hatte der Zahn der Zeit genagt, so dass unter anderem der Korrosionsschutz erneuert werden musste“, erklärt Heger.

Die Stahlkonstruktion über den Fluss wurde deshalb ebenfalls sandgestrahlt, bevor in mehreren Arbeitsgängen der mehrlagige Korrosionsschutz aufgebracht wurde. „Zudem haben wir an beiden Brücken bei den Widerlagern und Flügelwänden das Beton- und Mauerwerk saniert sowie Abdichtungen erneuert und damit die Lebensdauer der Brücken für die nächsten 30 bis 40 Jahre gesichert“, skizziert Heger einige der Arbeiten, zu denen auch die Erneuerung des öffentlichen Radweges über die Brücken zählt.

Schweres Gerät kam bei Birkenfeld zum Einsatz. Nach einem Felsabgang im Frühjahr 2017 hatte die AVG zunächst ein provisorisches Stahlnetz über die Felswand gehängt, um weitere Gesteinsabgänge auf die Stadtbahnstrecke zu verhindern. Die Verankerung des Netzes wurde nun weiter verstärkt und gefährdete Bereiche mit 110 Tonnen armierten Spritzbeton gesichert. „Wir haben insgesamt rund 600 zusätzliche Anker gesetzt. Diese wurden mit einer Bohrlafette rund 3 bis 4 Meter tief in den Fels getrieben. Anschließend haben wir das Stahlnetz mit speziellen Stahlplatten an diesen Ankern verschraubt und gleichzeitig verspannt. Nun können sich keine weiteren Felsblöcke mehr lösen und den Bahnbetrieb gefährden“, so Heger.

Eine nicht alltägliche Verkehrssicherungsmaßnahme konnten die Bewohner Neuenbürgs Mitte August bestaunen. In einem Steilhang oberhalb des denkmalgeschützten Bahnhofes setzten die AVG und das Forstamt des Enzkreises einen Spezialhubschrauber für den Abtransport von gefällten Bäumen ein. Der Holzeinschlag in dem Waldstück war erforderlich, um die Verkehrssicherheit entlang der Bahnstrecke, der Bahnhofstraße und der Kreisstraße K 4541 zwischen Neuenbürg und Birkenfeld weiterhin zu gewährleisten – so können auch in diesem Abschnitt ab Montag wieder die Stadtbahnen der Linie S6 ungehindert fahren.

Aktuelle Informationen zu den Abfahrts- und Ankunftszeiten der Bahnen der Linie S6 gibt es bei der elektronischen Fahrplanauskunft auf der AVG-Homepage unter www.avg.info.