Der Schwanner Wetterbeobachter Norbert Nentwig (2. von links) wurde mit der Wetterdienstplakette des Verkehrsministeriums ausgezeichnet.

Wetterbeobachter seit 25 Jahren

Seit 1994 beobachtet und protokolliert Norbert Nentwig als ehrenamtlicher Wetterbeobachter im Auftrag des Deutschen Wetterdiensts (DWD) das Wetter im Straubenhardter Ortsteil Schwann. Das bedeutet, seit 25 Jahren täglich um 7.50 Uhr den Regenmesser abzulesen und die Daten weitermelden, dazu im Winterhalbjahr auch die Schneehöhen und Schneebeschaffenheit zu messen. Bis 2012 war es damit auch nicht getan, sondern  die Wetterbeobachter hatten noch  den ganzen Tag über den Verlauf des Wetters  zu dokumentieren. Vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur  wurde der Schwanner für sein Engagement jetzt mit der Wetterdienstplakette geehrt.  Im Rathaus Feldrennach überreichte der Leiter der regionalen Messgruppe des DWD Außenstelle Stuttgart, Michael Gutwein, die Auszeichnung und würdigte dabei die außerordentliche Zuverlässigkeit Nentwigs. In den Dank schloss er ausdrücklich auch Nentwigs Frau Andrea und Sohn Tobias mit ein. Die Lage Straubenhardts in den letzten Ausläufern des Nordschwarzwalds und in der Staulage des Rheintals gelegen, sei ein ganz wichtiger Standort für die Messstation.  Auch Bürgermeister Helge Viehweg gratulierte und sagte,  „wir freuen uns über ihr Engagement  zugunsten unserer Gemeinde“.

Seit 1952 unterhält der DWD ein flächendeckendes Mess- und Beobachtungsnetz  mit 180 hauptamtlichen Wetterwarten, sowie  weiteren 1800 Messtellen, die  ehrenamtlich von Bürgerinnen und Bürgern betreut werden. Die Stationen melden die Beobachtungen in die Zentrale des DWD nach Offenbach.  Die Daten werden unter anderem  vom nationalen Wetterdienst  für die Wettervorhersage,  oder für Gutachten bei Wetterschäden genutzt.  Sie helfen aber auch, den Klimawandel in Deutschland  genau zu erfassen  und dessen Folgen besser einschätzen zu können.   

Nentwig dankte für die Anerkennung und sagte, er habe das immer gern gemacht  es sei für ihn keine schwere Arbeit, denn er habe sich schon immer für das Wetter interessiert.  Der Hobbymeteorologe war bei Radio Becker und zu zuletzt bei Porsche als Entwicklungsingenieur beschäftigt, bis er diesen April in den Ruhestand gegangen ist. Susanne Stöbener vom DWD   präsentierte eine Auswertung aller  Daten, die Nentwig gesammelt hat. Im ersten Jahr seiner Beobachtungen hat es in Schwann mit 1418 Litern, am meisten geregnet.  Die Statistik zeigt, dass die Niederschläge seither  kontinuierlich abgenommen  haben. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 809 Liter Regen. Dies entspreche dem allgemeinen  Trend. Aber auf der anderen Seite gibt es immer mehr Starkregenereignisse, wie in der Nacht zuvor, als  rings um Straubenhardt über 80 Liter Regen fielen. Die Gemeinde selbst blieb verschont, aber im benachbarten  Ittersbach wurde die Kläranlage überflutet, an die auch Straubenhardt angeschlossen ist.  

Bei der Verleihung mit dabei: Bürgermeister Helge Viehweg, Norbert, Andrea und Tobias Nentwig,  Michael Gutwein und Susanne Stöbener vom Deutschen Wetterdienst (von links).

Text und Bild Bernd Helbig