Bürgermeister Helge Viehweg (rechts) ging auf die Kritik von Jürgen König (lila T-Shirt) zur Bauplatzvergabe im Neubaugebiet Steigbrunnen ein.

Wir müssen reden: Offener Austausch in lockerer Atmosphäre

Viele Straßenthemen bei fortgesetzter Gesprächsreihe in Pfinzweiler angesprochen – Gemeinde für Dialog mit Bürgern gelobt

Lob und Kritik gab es bei der jüngsten Ausgabe von „Wir müssen reden“ im Bürgerhaus Pfinzweiler. So wurde der Gemeinde für die Bereitschaft gedankt, sich so offen mit den Bürgern auseinanderzusetzen. „Ich hoffe, das war nicht das letzte Mal“, sagte Manfred Rieck am Schluss des 90-minütigen Gesprächs mit Bürgermeister Helge Viehweg und den Fachbereichsleitern Nicole Schommer, Jörg Bischoff und Stellvetreter Dietrich Auer. Nach einem Überblick über aktuelle Projekte, Finanzen und Vorhaben wurden viele ortsspezifische Themen von den rund 25 Besuchern angesprochen, insbesondere Straßen, die „sozial ungerechte“ Bauplatzvergabe im Neubaugebiet Steigbrunnen, aber auch die mangelnden Kindergartenplätze.

Wir müssen reden in Pfinzweiler mit 25 LeutenÜber Straßen, Kindergartenplätze oder aktuelle Bauprojekte wurde im Bürgerhaus Pfinzweiler gesprochen.

Um mit etwas Erfreulichem zu beginnen, zeigte Bürgermeister Helge Viehweg bei seinem Rück- und Ausblick ein Foto der Querungshilfe bei der Tankstelle in Schwann. „Oft steht das Negative im Vordergrund und das Positive scheint selbstverständlich“, kommentierte er und lobte die örtliche Friedhofumgestaltung gleich mit. Das Foto griff Rieck wiederum für seine Kritik auf: Zum einen sei der Radweg entlang der Verbindungsstraße zwischen Pfinzweiler und Feldrennach „eine Zumutung, viel zu dicht an der Straße“ und „kein sicherer Schulweg“. Schlecht sei zudem der Zustand der Straße, auf der Autofahrer und nun auch Gelenkbusse mit oft hohem Tempo unterwegs seien. Zum anderen wünsche er sich eine Querungshilfe an der Langenalber Straße im Bereich Clubhaus/Benzstraße, damit etwa Kinder sicher zum Sportplatz kämen. „Wir schauen danach in der nächsten Verkehrsschau“, kündigte Viehweg an, gab jedoch Unfälle am Zebrastreifen zu Bedenken. Gerade der vorhandene Fußgängerüberweg an dieser viel befahrenen Straße bei der Firma nVent-Schroff sei gefährlich. Gelobt wurde andererseits die Alb- und Schwarzwaldstraße, die zurzeit saniert wird. Die Wasserleitungen wurden zum Beispiel erneuert und Rohre für die spätere Breitbandversorgung verlegt, erläuterte Auer. Prekär sei Peter Schenz zufolge aber die Parkplatzsituation. Die umgebaute Umleitungsstraße solle jedoch so bleiben und nicht zu einem Feldweg zurückgebaut werden. „Wer ist dafür, dass die Straße so bleibt“, fragte Viehweg bei einer kurzen Meinungsumfrage, bei der die Hände hoch gingen. Thema war auch der Panoramaweg an der Schwanner Warte, dessen grober Belag beklagt wurde. „Das ist uns bewusst“, so der Bürgermeister, der dort mittelfristig etwas machen wolle.

Bürger stellt FrageAuch die Ortsdurchfahrt und Landhausstraße in Conweiler waren Thema des 90-minütigen Gesprächs.

„Die Ortsdurchfahrt ist eine tolle Straße, man kann wieder flott durchfahren“, lobte indes Jürgen Libicher aus Conweiler. Die Landhausstraße allerdings, die viele als Umleitungsstrecke während der Bauarbeiten genutzt hatten, sei in einem miserablen Zustand. Grund für die Verwaltung, auch dieses Thema aufzugreifen. Gemeinderätin Erna Grafmüller erkundigte sich nach den Überlegungen, das Fernwärmenetz zu erweitern und Louis Schwab nach den Plänen der Gemeinde in Sachen Kindergartenplätze. „Wir müssen erstmals Absagen erteilen“, bedauerte Viehweg. Mit Hochdruck sei die Gemeinde dabei, die ehemalige Begegnungsstätte in Feldrennach in einen Kindergarten umzubauen. Bürokratische Vorschriften würden das Verfahren jedoch lähmen. „Wir hätten schon längst anfangen können“, sagte er. Punkt 20 Uhr ging die Veranstaltung in lockerer Atmosphäre zu Ende – mit dem Lob für den offenen Dialog der Gemeinde und der Zusage: Fortsetzung folgt.